Warum sollte man nicht in Augsburg leben?
“Wem es in der Innenstadt zu laut ist, der kann doch an den Stadtrand ziehen!” sagte ein
Veranstalter im Rahmen eines der vielen Gespräche, die wir in den 1990er Jahren über Lärmschutz in der Innenstadt führten. Es klang, als wollten sie Bürger vertreiben!Lange Jahre
wohnten wir im Herzen von Augsburg, dann zogen wir an den Stadtrand. Was wir dort erlebten? Bürger vertreiben. Sieben Jahre Bürokratenkrieg!
Es ging um unsere Heimat. Wir wollten das Elternhaus nicht an die Stadtwerke verkaufen. Da begannen die Schwierigkeiten. Für den Wasserschutz? Oder für wen sonst? Warum wollte die
Stadt Augsburg durch bürokratische Auflagen und Hindernisse Bürger aus dem Elternhaus im Wasserschutzgebiet vertreiben? Das bestehende Wohnhaus paßte der Stadt nicht mehr ins Bild,
denn das Gebiet sollte bis auf weiteres wie eine brave Kleingartenanlage erscheinen. Doch dieses Bild geriet ins Wanken und es sieht jeder, was die Stadt dort alles duldet.
Aber uns wollte man vo Dahoam vertreiben. Das ist mein Augsburg!
Bürokratenkrieg - Künstlerpech in Augsburg
- stiehlt Zeit
- raubt Energie
- kostet Geld
- frißt Kreativität
- zehrt an der Schaffenskraft
- nimmt Lebenqualität, denn Kunst ist für künstlerische Menschen existentiell.
Ein Kampf mit der Bürokratie ist existenzbedrohend, denn er belegt nicht nur Verstand und Gefühle, sondern auch die kreativen Ressourcen. Im besten Fall bringt ein Bürokratenkrieg
Künstler dazu, die Bürokratie zum Gegenstand der kreativen Arbeit zu machen. Heiß siede ich jetzt das Künstlerpech. Das ist notwendig, denn wie die Bürokratie in Augsburg mit
Menschen umspringt, ist politisch gebilligt.
Politiker helfen Bürgern nicht Die vor der Wahl versprochene Bürgerfreundlichkeit entpuppte
sich als bloße Propaganda. Der Verwaltungsjurist, OB Kurt Gribl, um Abhilfe und Schutz gebeten, verwies uns zurück, an die Verwaltung, deren Verhaltens wegen wir uns an ihn wandten. Die
Verwaltung werde es schon richtig machen. Aha!? Aber wer ist verantwortlich, wenn sie es nicht tun?Sein Koalitionspartner und dritter Bürgermeister Grab, der als Kulturreferent
Künstlern zur Seite stehen sollte, wollte nichts hören, nichts sehen und nicht reden. Ich sandte ihm mein Buch, Brillen für die Bürokratie, als Beitrag zur “Heimatkunde” - doch er verwies mich an
die Verwaltung und gab alles weiter an OB Gribl, der werde es schon richtig machen. Bürger aus dr Hoimat vertreiben. Das ist mein Augsburg! |