630 000 Euro für ein Kleingarten-Klo? Steuergelder ab ins Klo In Zeiten der Finanzmisere reden alle vom Sparen. Nur
Umweltreferent Schaal (CSU) stellt generös die Weichen auf Verteuerung, wenn die Gemeinschaftsklos von Kleingartenanlagen an die Kanalisation angeschlossen werden sollen. 2009 kein Klo mit Kanal - aber wieder ein Beschluß Am 23.11.2009 wurde beschlossen, die
drei Anlagen "Brunnenbach", "Brunnenbachwiesen" und "Lochbachgärten Süd" im Haunstetter Wasserschutzgebiet anzuschließen. Lt. Beschlußvorlage dafür veranschlagte Gesamtkosten: 630 000
Euro bei 1005 m Abwasserleitung. Im Winter 2008 wurden bereits die drei großen Anlagen "Alpenblick" Nord, Mitte und Süd im Haunstetter Wasserschutzgebiet mit einer Abwasserdruckleitung angeschlossen,
per Beschluß vom 8.3.2007 - Gesamtkosten: 160 000 Euro bei 750 m Abwasserleitung Es wurde hier 2009 ein Preis angesetzt, der fast
das Dreifache dessen beträgt, wofür ein gleichartiger Kanalanschluß im Jahr 2008 von der Stadt hergestellt wurde. Die Notwendigkeit von Kanalanschlüssen im Wasserschutzgebiet steht außer Frage
, doch weshalb setzt Umweltreferent Schaal einen “Mondpreis”
in seiner Planung an? Der Beschluß unserer Stadtpolitik legt für die Zukunft die grundsätzliche Bereitschaft Augsburgs fest, für einen Kanalanschluß gerne auch das Dreifache zu berappen. Es geht in dem Beschluß vom 23.11.09 um Kanalanschlüsse für 32 Kleingartenanlagen im
Gesamtvolumen von 3,7 Millionen Euro! Verglichen mit dem, was Privatleute für dieselbe Baumaßnahme auf dem freien Markt bezahlen,
ist die Rechnung des Umweltreferenten nicht seriös. 2007 zahlten wir im gleichen Gebiet in Haunstetten für das gleiche System mit ca. 250 m Abwasserdruckleitung incl. Pumpschacht/Technik/Anschluß- und Planung knapp 50
000,- Euro.
Sollte der Beschluß eine reine Luftnummer sein?
Am 25. Februar 2010 berichtete die Augsburger Allgemeine
ausführlich über diesen fragwürdigen Beschluß. Umweltreferent Rainer Schaal war bis Redaktionsschluß für eine Stellungnahme nicht mehr zu bekommen. Eine Woche später war dann doch eine Stellungnahme in der AZ zu lesen.
Referent Schaal nimmt es offenbar nicht so genau, denn er legt überhöhte Zahlen zur Abstimmung vor und räumt ein, dass er kein Ingenieurbüro beauftragen wollte „das einen genauen Kostenvoranschlag erstellt“. Der
Referent meint, Beschlüsse liefern lediglich Richtwerte. Doch genau das ist das Schlimme! Sind die Richtwerte überhöht, wird es der
Verwaltung ermöglicht - mit Zustimmung des Stadtrates - Aufträge zu überhöhten Preisen zu erteilen. Für reelle Richtwerte bräuchte Herr Schaal keinen Ingenieur, nähme er
den Erfahrungswert von 220 Euro Kosten pro Meter für den Kanalanschluß der Kleingartenanlage Alpenblick. Stattdessen werden in der Beschlußvorlage aber Kosten von 500 Euro pro Meter für Alpenblick genannt und für die
Anlagen am Brunnenbach ein Phantasiepreis von 626 Euro veranschlagt. 630 000 Euro für ein Kleingarten-Klo - aber nur 150 000 Euro stehen jährlich zur Verfügung. Da muß der Umweltreferent lange sparen ...
Wenn die Stadt kein Geld für Abwasserkanäle im Wasserschutzgebiet ausgeben oder dort Kleingartenanlagen nicht durch Kanalanschlüsse verfestigen will, ist der Beschluß eh reine Augenwischerei. Führt sie aber mit
Referent Schaals “Richtwerten” doch eine Maßnahme durch, rauscht eine Menge Steuergeld buchstäblich ins
Klo.
März 2010 - Augsburger Allgemeine: Bürger schauen der Stadt auf die Finger, vom 25.2.2010 - Augsburger Allgemeine: Beschlüsse liefern lediglich Richtwerte, vom 4.3.2010 - Leserbrief AZ: Beschlüsse als Luftnummern? vom 11.3.2010
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