Direkt hinter den Häusern der Martinistraße liegt, wie eine grüne Lagune, der Obere Krautgarten. Dieses Fleckchen Stadt hätte längst beplant gehört, doch die Planer ließen das Gebiet liegen. Auf Nachfrage erhielt bisher
jeder die Auskunft: Da ist nichts geplant!
Früher gab es dort nur ein einziges, altes Wohnhaus und schmale Streifen von Krautgärten. Mit den Jahren wuchsen Häuschen auf den Krautstreifen. Die Leute behalfen sich
planlos. Heute ist die Lagune dicht bebaut mit Häuschen. Manche sind fast ganzjährig bewohnt. Das Hausen ist dort zwar primitiv. Es fehlen sanitäre Einrichtungen, vom Kanalanschluß ganz zu schweigen.
Doch manchem
gefällt es, täglich mit reichlich Alkohol am qualmenden Lagerfeuer auf der Terrasse zu sitzen. Dem tun selbst Temperaturen rund um den Gefrierpunkt keinen Abbruch. Ballermann ist nicht nur in der Maxstraße zuhause,
sondern auch am Stadtrand. Ebenso wie seine Freundin, die Schlägerei. Und wenn die Hüfte gerade mal locker ist, dann kann man das in lauen Nächten lautstark mit anhören, denn auch das geschieht auf der Terrasse.
Ein Brennpunkt entsteht
Einige Grundstücke sind keine Gärten mehr, wo Salat und Gemüse sprießen. In Haunstetten ist das lange schon bekannt. Mancher träumt dort den Traum vom billigen Wohnen im Gartenhäuschen und
in der grünen Lagune kann man machen, was man will. Ohne Genehmigungen - man bekommt eh keine - muß man auch keine Auflagen für den Wasserschutz erfüllen.
„Wir kommen ja nicht, wir schauen nicht hin. Lebe mich! Dein Augsburg.”
Das schadet all jenen, die ihre Gärten als Gärten nutzen. Wer sich korrekt verhält, ist in Augsburg der Dumme. Wenn Stadtverwaltung und
Stadtteilpolitik nicht aufpassen, entsteht dort ein Brennpunkt von größerer Tragweite. 2009 eskalierte die Situation bereits, doch unsere Stadtpolitik schaut weiterhin zu. Seit 1988 ist die Aufstellung eines
Bebauungsplanes beschlossen. Dennoch bleibt das Gebiet auch in Zukunft regellos sich selbst überlassen.
Es genügt nicht, die Trambahnhaltestelle an der Haunstetter Straße zu verschönern, während man die grüne Lagune
im Wasserschutzgebiet im Argen läßt. Davon sind die Anwohner der Martinistraße betroffen, sowie wir und die vielen Spaziergänger und Freizeitsportler, die täglich zum Naherholungsgebiet Haunstetter Wald laufen.
Wer
die Entwicklung zu einem „Fischerholz” (das Gebiet am Ende der Äußeren Uferstraße beim Klärwerk) zuläßt, schadet letztlich dem gesamten Stadtteil Haunstetten.