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Überschwemmungen durch Wasserkraftwerk - Stadtverwaltung Augsburg stellte sie nicht ab

Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelte

Aufgrund der Lochbachflut vom Oktober 2010 ermittelte der Staatsanwalt wegen Herbeiführens von Überschwemmung und beschuldigte die Kraftwerksbetreiberin. Sie hatte eine Geldauflage zu leisten.

Doch warum stellten die städtische Gewässeraufsicht und das Umweltamt, das für die wasserrechtlichen Nutzungsgenehmigungen zuständig ist, die Überstauungen nicht sofort ab? Tatsache ist, dass der aktuelle Flächennutzungsplan der Stadt Augsburg dort ein „Feuchtgebiet” vorsieht.(siehe unten)

Anlieger schlagen Alarm, weil alles unter Wasser steht - aber Behörden prüfen Kraftwerk nicht richtig, sondern gehen erst mal ins Wochenende.

Am 8. Oktober 2010 wurden unser Haus und viele Kleingärten unter Wasser gesetzt. Der Lochbach überschwemmte das Wasserschutzgebiet am Oberen Krautgarten durch Rückstau vom Kraftwerk Settele. Im Amt kümmerte man sich wenig. Wir erhielten die Auskunft, dass „überstaut” wird. Auch die von uns informierte Lokalpresse erreichte an dem Tag niemand mehr im Amt, der hierzu Auskunft gab.

Und so gab es weitere Überschwemmungen, auch in der Nacht. Nachts brach aufgrund eines Kurzschlusses in einem überschwemmten Gebäude Feuer aus (siehe Presseartikel ganz unten). Zwischendurch sank der Wasserstand. Bei einer erneuten Überschwemmung Sonntagnacht 10. Oktober riefen wir die Polizei, und die Feuerwehr stellte am Kraftwerk die Überstauung ab.

Hätte die Stadtverwaltung die Überstauung am 8. Oktober sofort abgestellt, wären alle weiteren Überschwemmungen und vielleicht der Brand, der ein Gartenhaus völlig zerstörte, erspart geblieben.

Kraftwerk war nicht betriebssicher

Erst am 11. Oktober bat die Stadt Augsburg das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth um eine technische Überprüfung des Kraftwerks. Die Stadt Augsburg schrieb von Umbaumaßnahmen am Kraftwerk als Überschwemmungsursache. Es waren Aufbauten, um mehr Stauhöhe zu erreichen und mehr Strom zu erzeugen. Der Überlauf war zugebaut! Das hätte ein Fachmann vor Ort auf einen Blick sehen können. Lt. Schreiben der Stadt war das Kraftwerk „nicht betriebssicher”.  

Weshalb kümmerte sich die Stadt Augsburg am 8. Oktober nicht um die Betriebssicherheit des Kraftwerks Settele?

Das Stadtgebiet Augsburg ist voll von Kanälen und Wasserkraftwerken. Dafür gibt es Sachverständige in den Behörden. Ein Kraftwerk mit funktionierendem Überlauf ist im Normalfall sicher und verursacht keine flächendeckenden Überschwemmungen. Dass beim Kraftwerk Settele am 8. Oktober alles unter Wasser stand, veranlaßte die Stadtverwaltung aber nicht zu wirksamem Handeln. Sie handelte erst, nachdem Polizei und Feuerwehr vor Ort waren. Erst dann wurde der Rückbau der Aufbauten verfügt. 

Warum wurde die Eichmarke nicht, gleich nach der Überschwemmungs- meldung, von der Stadt kontrolliert?

Jedes Kraftwerk besitzt eine Eichmarke für die korrekte Stauhöhe. Sie darf nicht überspült werden. Die Kontrolle der Eichmarke obliegt der Stadt Augsburg. Das Umweltamt erteilt wasserrechtliche Nutzungsgenehmigungen für Kraftwerke. Doch den Zuständigen der Stadt war bekannt, dass überstaut wird!  Deshalb wurde am 8. Oktober das Kraftwerk Settele von der Stadtverwaltung nicht gesichert und überstaute weiter und verursachte erneute Überschwemmungen.  

Die Feuerwehr war da - Shortstory von Karin Brandl

 

Lt. Strafgesetzbuch ist eine herbeigeführte Überschwemmung eine Straftat:  

§ 313 Herbeiführen einer Überschwemmung

(1) Wer eine Überschwemmung herbeiführt und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

„Ja, der überstaut”

sagte der Zuständige vom Tiefbauamt am 8. Oktober 2010. Es war bei der Stadt Augsburg bekannt, dass am Kraftwerk Settele hochgestaut wurde.

Für eine Wasserstandserhöhung braucht ein Kraftwerksbetreiber eine wasserrechtliche Genehmigung der Stadt, Umweltamt - Untere Wasserrechtsbehörde.

Offenbar war es allen Zuständigen der Stadt Augsburg egal, wenn hier unser Haus und alle Gärten überschwemmt sind. Als wir uns darüber beschwerten, schrieb die Stadtverwaltung, sie könne nicht garantieren, dass in Zukunft keine Überstauungen mehr vorkommen. 

Stadt Augsburg plant Feuchtgebiet!

Nach einem Beschluß des Augsburger Stadtrates vom 21.7.1993 ist das erklärte Ziel, „diese Bereiche in Grünflächen umzuwidmen”, dort, wo seit Jahrzehnten ein bestandsgeschütztes Wohnhaus und Hunderte Kleingärten sind. Tatsache ist, dass der digital veröffentlichte Flächennutzungsplan der Stadt Augsburg, (aktuelle Version vom 8.10.2010), ein „Feuchtgebiet” nahe dem Wohnhaus und direkt vor den Kleingärten (Bild 1, 2 und 3), vorsieht - auf einem privaten Grundstück!

Um ein trockenes Gebiet in ein Feuchtgebiet umzuwandeln, braucht man nur den Bach zu überstauen, bis er überläuft!

Okt. 2011

Das war nicht die erste Überschwemmung dieses Wasserkraftwerks

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Oben:

  • Lochbachüberschwemmungen vom 8.10.2010 und
  • der nächtliche Einsatz vom 10.10.2010, Polizei und Feuerwehr stellten in der Nacht die vom Kraftwerk Settele verursachten Überschwemmungen ab

Bilder vom Gartenhausbrand auf der Website der Freiwilligen Feuerwehr Haunstetten.

Augsburger Allgemeine, Artikel vom 12.10.2010: Anwohner am Lochbach sind in Sorge

Augsburger Allgemeine, Artikel vom 21.10.2010: Wasser verursacht Feuer am Lochbach

 


Erneute Überflutung bei Störfallsimulation

 

Am Vormittag des 1. Dezember 2010 wurde das Wasser am Kraftwerk Settele wieder hochgestaut. Diesmal bei einer Störfallsimulation in Anwesenheit von Vertretern der Stadt.

Dabei wurden wieder Grundstücke überschwemmt, auch der Bereich, der in der Vergangenheit schon mehrfach überflutet war. Der Vertreter vom Umweltamt nahm diesen Uferabschnitt südlich der Lochbachbrücke am Oberen Krautgarten nicht in Augenschein, jedoch wollte sich ein anwesender Ingenieur, der als Gutachter fungiert, darum kümmern. - Auch zwei Monate später ist zum Schutz vor weiterer Überschwemmung noch nichts passiert. 

 

Das Wasserkraftwerk Settele verursachte schon mehrfach Überschwemmungen