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Der Lochbach im Wasserschutzgebiet - ein schmutziges Gewässer?

Er ist ein Kanal und wird vom Wasser des Lech gespeist. In Haunstetten fließt er durch das Trinkwasserschutzgebiet Schutzzone WIII a1 und weiter nördlich an einigen Brunnen der Stadtwerke vorbei. Der Lochbach ist nicht dicht, sondern verliert unterwegs von seinem Wasser. Das ist allgemein bekannt. Mitunter sah sein Ufer schon so aus:

 

Flächendeckende Überschwemmungen im Wasserschutzgebiet, verursacht durch Überstauungen des Lochbachs, sind keine Seltenheit. Da sollte das Wasser dann aber so sauber wie möglich sein. Bürger dürfen lt. Schutzverordnung nichts in den Bach einleiten oder im Boden versickern. Dies bestätigte das Umweltministerium auf Anfrage. Man bekommt keine Genehmigungen zum Einleiten von

  • gereinigtem Wasser aus Bio-Kleinkläranlagen
  • Regenwasser aus der Dachrinne

Auch eine Gärtnerei im Wasserschutzgebiet konnte nicht erstreiten, das Waschwasser ihrer Karotten, das lediglich mit etwas Erde “verschmutzt” ist, in den Bach zu leiten. Es muß unbedingt, von Erdrückständen gereinigt, in die Kanalisation. 

So sehr der Augsburger Wasserschutz auf seinen Paragraphen herumreitet, so unsauber ist der Lech, der den Lochbach füllt. Dem Lech wird öfter in die Brühe geschissen, als mancher glaubt. Das steht dann in der Zeitung. Übrigens: mysteriöser Schaum erscheint sogar im Naturschutzgebiet in der Engeren Wasserschutzzone vom Haunstetter Wald, wo er nahe dem Fassungsbereich der Brunnen, die so genannten “Quellbäche” verunziert.

Mehr über verschmutztes Lechwasser in der Zeitung:    

Augsburger Allgemeine 27.8.2008: Mysteriöser Schaum auf dem Lech

Augsburger Allgemeine 16.12.2009: Weil der Kanal kaputt ist, floß Abwasser in den Lech

Augsburger Allgemeine 1.9.2010: Bei Regen brodelt es unter den Straßen der Stadt

 

Die Argumentation der Verantwortlichen hierzu ist immer gleich

Städtisches Abwasser, auch wenn es hektoliterweise einläuft, wird natürlich in Lech und Bächen “hochverdünnt”. Ebenso wie das Grundwasser unter dem Alten Schießplatz in der Engeren Schutzzone des Haunstetter Trinkwasserschutzgebietes. Was sie da alles in ihre Brunnen pumpen - das mischt sich weg! Bürgertröpfchen aber, sind selbst in homöopathischen Dosen offenbar höchst wassergefährdend, weshalb Bürger im Wasserschutzgebiet dringend an die Kanalisation anschließen müssen.

Hintergrund der “Kanaldrohung” ist oftmals ein anderer als nur der Wasserschutz “Kaufen, kaufen, kaufen - das wurde zur Devise beim Wasserschutz.” Was die Stadt Augsburg unter wahrem Wasserschutz versteht, erläutert auch sehr anschaulich der Artikel von Franz Häussler in der AZ vom 24.6.2010

Zu den Lochbachüberschwemmungen

Dez 2010


Wasserschutz