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 Noch mehr Bürokratie

Die Feuerwehr kam durch!                                                                                                                                               Nov. 2010

Als es im Oktober 2010 am Oberen Krautgarten brannte, war die Feuerwehr zum Glück schnell zur Stelle. Das Feuer entstand aufgrund eines Kurzschlusses in einem Gartenhaus, das an dem Tag vom Lochbach mehrfach überschwemmt worden war. Es brannte völlig aus, aber ein großflächiges Ausbreiten des Feuers konnte verhindert werden. Dies zeigte dramatisch, wie wichtig es war, dass wir die von der Stadt geplante Verengung des Weges 2009 nicht hinnahmen.  

2010 - die Erleuchtung!

Die im Vorjahr von der Stadt Augsburg mit neuen Masten geplante und wieder abgeblasene Beleuchtung am Oberen Krautgartenweg, wurde nun schlicht und einfach an bestehende Telefonmasten angebracht. So beeinträchtigt sie unsere Zufahrt nicht und Rettungsweg, sowie Feuerwehrdurchfahrt für alle Anlieger werden nicht verengt.

Warum nicht gleich so? Die jetzige Lösung wurde bereits zu Anfang vorgeschlagen. Doch die Verantwortlichen stellten sich quer und behaupteten, es sei nicht möglich. Als auf der Bürgerversammlung 2008 der Antrag von einem der Kleingärtner gestellt wurde, waren der OB, Bürgermeister und Referenten sich einig - an bestehende Telefonmasten könne man keine Beleuchtung anbringen!

Aber die Planung neuer Masten warf viele Fragen zur Durchfahrt und Sicherheit auf. Es folgten

  • monatelange Planungen der Stadtverwaltung
  • Diskussionen und Schriftverkehr von Anliegern, wegen Gefährdung durch Fahrbahnverengung
  • Dutzende Ortsbesichtigungen von Bürokraten
  • Berichterstattung in der Zeitung
  • Überprüfung der geplanten Standorte für die neuen Masten durch die Feuerwehr
  • danach Abblasen der Beleuchtung

Ohne die Intervention etlicher Anlieger und ohne Veröffentlichung hätte die Stadt durch neue Masten bedenkenlos die Sicherheit gefährdet. Siehe unten die ganze Geschichte 2009 ...

April 2010

Anläßlich der Beleuchtungsplanung startete ich Frühjahr 2009 die Berichterstattung auf dieser Website. Abhilfe durch Lokalpolitiker, die wir anschrieben, konnten wir in dieser Sache nicht verzeichnen. Aber Veröffentlichung kann eine verselbständigte Verwaltung durchaus davon abhalten, Sicherheit und Gemeinwohl zu gefährden und Bürgern zu schaden.

- Leserbrief AZ: Auf einmal geht’s, vom 22.4.2010

 Zur lokalpolitischen Erleuchtung

Heimleuchten im Wasserschutzgebiet                                                                                                                          Juni 2010

Obwohl die Situation keinen dauerhaften Bestand hat, wurden von der Stadt Augsburg dort auf Antrag der Kleingärtner neue Beleuchtungsmaßnahmen durchgeführt. Ostern 2010 bekam der Obere Krautgarten eine Beleuchtung. Wenig später im Juni, gab es auch am Gartenweg zwischen Lochbach und Brunnenbach, zu den bestehenden, noch weitere neue Lampen dazu. Es gibt dort zwar keinen Anschluß an die Kanalisation für die sanitären Anlagen  - aber viele Lampen.

So setzen Augsburgs Politik und Bürokratie den Maßstab im Wasserschutzgebiet. Es besteht die kuriose Situation, dass im selben Gebiet zwei Personen für ihr Klo einen eigenen Kanal “für den Wasserschutz” bauen mußten, während es für Hunderte von Kleingärtnern bis Ultimo alte Grubenklos sein dürfen. Warum ist das so? Wohl deshalb, weil die Stadt für ihr Grundstück lieber keine teure Kanalisation herstellen will, wenn sie mit dem Gebiet möglicherweise ganz andere Pläne hat und es eines Tages dort keine Kleingärten mehr geben wird?

Zum Vergleich: Kurz vor Inkraftsetzung der Wasserschutzverordnung stellte die Stadt 1979 den Bebauungsplan für ihre Kleingartenanlagen „Alpenblick“ an der Tuchbleichstraße im Wasserschutzgebiet auf. Diese Anlagen haben 2008 eine Kanalisation bekommen.


2009 - Chronologie einer Planung

Stadt Augsburg plant Beleuchtung und verengt dabei öffentlichen Zufahrtsweg zu Wohnhaus und Kleingärten

Foto vom 2. März 2009

Beim gelben Punkt rechts am Boden plante das Tiefbauamt 2009 einen Lichtmast - genau gegenüber vom Telefonmast.

Wie es begann

Bisher konnten große LKW, Tieflader, das Bohrgerät für unseren Kanalbau und unser Gasmann mit dem Tankwagen am Oberen Krautgartenweg problemlos fahren. Kommt die Beleuchtung so wie am Boden markiert, wird es eng. Das Foto vom 2. März 09 zeigt den Standpunkt (gelber Punkt rechts am Boden) für einen der Beleuchtungsmasten, gegenüber vom Telefonmast. LKW müssen sich dann zwischen zwei Masten hindurch zwängen . Ein anderer Mast wird genau in einer Kurve eine kritische Verengung schaffen.

Umweltreferent Schaal setzte sich für die Beleuchtung ein. Es wird eine unschöne „Notbeleuchtung” mit in der Luft hängender Verkabelung und die Masten verengen den Feuerwehr- und Rettungsweg für zahlreiche Menschen. Etliche Anlieger wandten sich bereits an die Stadt. Doch selbst die Bürokratie hat für die sicherheitsgefährdende Verengung keine Erklärung.

Geplante Erleuchtung - oder Zen in der Kunst der Rede?

Frage an einen bürokratischen Planer: „Warum setzen Sie den Lichtmast ausgerechnet gegenüber dem Telefonmast?“

Die erleuchtende Antwort: „Ich setze den doch gar nicht! - Ich plane doch nur.“

„Aber wenn Sie ihn dort planen, dann kommt er doch dort hin!“

„Das ist doch nur eine Planung. Ich entscheide das doch gar nicht. Aber ich muß doch irgendwo mit meiner Planung anfangen.“

„Warum planen Sie dann nicht gleich so, dass man danach noch durchkommt?“

„Vielleicht wird das ja noch ganz anders. Vielleicht komme ich ja noch viermal. Jetzt warten Sie doch ab, bis die Masten stehen!“

Erstmals 2004 plante die Stadt Augsburg eine Beleuchtung für den Oberen Krautgartenweg. Das Kabel im Boden sollte genau auf unserer genehmigten Kanaltrasse verlaufen und noch vor unserem Kanalbau verlegt sein. Doch die Maßnahme wurde wieder abgeblasen. 2007 bauten wir dann privat den teuren Kanal für den Wasserschutz der Stadt Augsburg und „zum Dank” will sie uns zwei Jahre danach die Zufahrtsstraße mit Lichtmasten verengen. Wir fürchteten um unsere Erschließung, doch die Verwaltung wiegelte ab und hielt an ihrer Planung fest.

Erfolglos mit OB Gribl

Wir wandten uns an OB Gribl und seinen Koalitionspartner, Bürgermeister Grab, sowie an die Haunstetter Stadträtin Hedwig Müller. Letztere antwortete nicht, obwohl wir ihr schrieben, dass der Rettungsweg für sämtliche Anlieger, u.a. eine Kleingartenanlage des örtlichen Vereins, gefährdet ist. Bürgermeister Grab mutmaßte “eventuell entstandene Mißverständnisse” und verwies auf OB Gribl.

OB Gribl wiederum verwies auf die Verwaltung mit den Worten: “Selbstverständlich werden bei der Prüfung und einer evtl. Realisierung die anerkannten Regeln der Technik eingehalten.” So? Wäre dies der Fall, hätten wir uns nicht an ihn wenden müssen. Ansonsten argumentierte er strikt für seine Beleuchtungsmaßnahme (sie wurde vom OB-Referat beauftragt). Zitat: “Ich hoffe, dass die geplante Beleuchtung ... dank Ihrer konstruktiven Beteiligung als Anlieger erfolgreich und zum Nutzen der Bürger errichtet werden kann.” 

Auf unseren sachlichen Einwand, dass die geplante Beleuchtung unsere Erschließung für das Wohnhaus gefährdet, ging er nicht ein.

Gegen eine Verengung des Weges waren außer uns noch mehr Anlieger. Man kann Lampen so stellen, dass Rettungsweg und Erschließung nicht gefährdet sind!  

Danach informierten wir die Lokalpresse

Dass hier ins Blaue geplant wird, geht aus dem Artikel in der Augsburger Allgemeinen vom 26. März hervor. Demnach bedarf die geplante Beleuchtung lt. Herrn Weber, Amtsleiter vom Tiefbauamt, einer Prüfung durch Polizei und Feuerwehr.

Am 2. April 2009 erschien mein Leserbrief in der Augsburger Allgemeinen (Auszug)  „...  Nach den Problemen beim Kanalbau befürchten wir, dass die Erschließung unseres Wohnhauses gefährdet werden soll. Wir wandten uns bereits erfolglos an einzelne Politiker. Obwohl sich schon mehrere Grundstückseigentümer gegen die Verengung des Weges wandten, wurde von der Stadt bisher unbeirrt daran festgehalten. Der Feuerwehr- und Rettungsweg muß für alle Anlieger am Oberen Krautgartenweg gesichert bleiben.”

Die Feuerwehr war vor Ort

Haunstetten im Mai 2009 Seit Januar plant die Stadt eine Beleuchtung für den Oberen Krautgartenweg, doch Ende Mai ist nicht bekannt, wie die Lichtmasten letztendlich stehen werden, damit keine Engstellen für LKW entstehen. Auch nach einer Begehung mit der Feuerwehr, finden immer wieder neue Ortsbesichtigungen statt. Neben dem Abteilungsleiter, war der Amtsleiter vom Augsburger Tiefbauamt vor Ort.

Dann doch keine Lampen

Haunstetten im Juni 2009 Als wir nach dem Ergebnis der Begehung mit der Feuerwehr fragten, erhielten wir schriftlich die Auskunft, dass aufgrund der Haushaltssperre die Planung derzeit nicht vorrangig behandelt wird. Mit der Feuerwehr ist die Stadt so verblieben, dass die einzelnen Standorte der Lichtmasten genau geprüft werden.

Was danach geschah? siehe oben